Endoskope zählen zu den Medizinprodukten. Flexible Endoskope werden bezüglich der Aufbereitung zur Kategorie Semikritisch B, starre Endoskope zu den kritischen Medizinprodukten (Sterilisation!) gerechnet. Nach § 8, Abs. 1 der Medizinprodukte- Betreiber- Verordnung (MPBetreibV) sind Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Medizinprodukten unter Berücksichtigung der Angaben des Herstellers mit geeigneten validierten Verfahren durchzuführen.
Vorgaben und Empfehlungen zur sachgerechten Aufbereitung von Endoskopen finden sich in den Richtlinien für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, herausgegeben vom Robert- Koch- Institut in Berlin (Bundesgesundheitsblatt 67 (2024); Anlage 8, 1410-1468)
Bei allen Aufbereitungsformen (manuell, teilmaschinell, vollautomatisch) ist darauf zu achten, dass Endoskope nur in trockenem Zustand - möglichst hängend - gelagert werden, damit es nicht zu einer Vermehrung von Feuchtkeimen in möglichen Wasserreservoirs kommen kann.
Gemäß oben genannter Richtlinie werden zur Überprüfung der Endoskop- Aufbereitung hygienisch- mikrobiologische Kontrolluntersuchungen empfohlen.
Diese sollten vierteljährlich (insbesondere bei manueller und teilmaschineller Aufbereitung) vorgenommen werden. Werden mehrere Endoskope eingesetzt, sind an jedem Prüftermin Proben von mindestens einem Endoskop jeder verwendeten Art und insgesamt von mindestens zwei mit jeweils gleichem Verfahren aufbereiteten Endoskopen zu entnehmen. Jedes eingesetzte Endoskop sollte mindestens einmal jährlich mikrobiologisch untersucht werden.
Zur mikrobiologischen Überprüfung von flexiblen Endoskopen kommen Abstrichtupfer, Reinigungsbürsten, sterile Spülflüssigkeiten (NaCl 0,9%) sowie Elutionsmedien mit Enthemmersubstanz zum Einsatz.
- Von den zugänglichen Kanälen (Instrumentierkanal, Luft-/ Wasser- Kanal, Jet- Kanal, u.a.) ist die
Untersuchung aller Kanäle als obligat anzusehen.
- Eine Überprüfung des Luft- und Wasser- Kanals mit jeweils 25 ml Volumen wird empfohlen, unter Zuhilfenahme der angeschlossenen Optikspülflasche.
- Eine Überprüfung des Arbeits- Kanals wird mittels FLUSH-BRUSH-FLUSH-Methode mit jeweils 25 ml Volumen sowie Einsatz einer Reinigungsbürste empfohlen.
- Für die Durchführung sollte zur Durchspülung jedes Kanals 25 ml sterile Spülflüssigkeit (0,9% NaCl- Lösung oder Elutionsmedium mit Enthemmersubstanz) verwendet werden. Die aufgefangenen Spülflüssigkeiten sollten möglichst schnell im bakteriologischen Labor weiterverarbeitet werden. Die Proben müssen kühl gelagert werden.
- Abstriche von kritischen Endoskopstellen:
werden mit jeweils einem in steriler physiologischer Kochsalzlösung angefeuchteten Tupfer von den Ventilen, den Kanaleingängen und dem distalen Ende des Endoskops vorgenommen oder unter Zuhilfenahme von adäquaten Reinigungsbürsten.
(Durchführung der mikrobiologischen Endoskopüberprüfung siehe "Informativer Anhang 1: Methoden zur Prüfung der Prozessleistung in: Bundesgesundheitsblatt 2024/67:1410-1468 Anlage 8, Anforderung an die Hygiene bei der Aufbereitung thermolabiler Endoskope)